|
Korruption und Mafiamethoden bei der Polizei in Pattaya?
Die Polizeistation in Pattaya an der Beach Road, Ecke Soi 9 arbeitet mit den Methoden der Mafia mit DSC, was das auch immer ist, zusammen und lässt Motorräder verschwinden mit dem Vorwurf dieses war im Halteverbot geparkt. Die freundliche Mafia hilft da mal schon gerne nach und schiebt das geparkte Motorrad in die verbotene Zone wenn die Rechtssicherheit nicht ganz eindeutig ist. Auffällig ist, dass überwiegend Touristen und Langzeiturlauber abgezockt werden. Über neunzig Prozent der Geschädigten die auf der Polizeistation angetroffen werden sind Ausländer die natürlich die doppelte Straf - und Abschleppgebühr bezahlen müssen wie ein Thai. Zunächst ist für den Tourist nicht klar ob sein Motorrad gestohlen oder von der Polizei abgeschleppt wurde. Deshalb hat der Besitzer des fahrbaren Untersatzes zu warten und dies kann bis zu zwei Stunden dauern. Die Polizisten arbeiten so langsam wie eine Schnecke und schieben sinnlos irgendwelche Quittungsblöcke von links nach rechts und von oben nach unten. Nach entrichten der Gebühren werden zwei nichtssagende Quittungen ohne Namen des Polizeibeamten und einer unleserlichen Unterschrift ausgehändigt. Nun kann der Besitzer sein Motorrad auslösen aber nicht bei der Polizeistation, das wäre zu einfach. Damit die Motorbike Mafia nicht zu kurz kommt wurde der Polizeiparkplatz an die mehrere Kilometer entfernte Soi Khophai verlegt. Ohne Mithilfe der freundlichen Motorrad Taxifahrer ist es unmöglich der in den Slums und im abgelegenen Dschungel liegende Polizeiparkplatz ausserhalb Pattayas zu finden. Dort angekommen, soweit das Auge reicht mehrere tausend Motorräder. Jetzt wird klar, das ist ein einträgliches Geschäft. Um sein Eigentum zurück zu bekommen werden dann die letzten Beweisstücke der Abzocke wieder einbehalten. Es besteht keine Möglichkeit die Belege von der unfreundlichen Dame zurück zu erhalten um etwa rechtlich gegen diesen Betrug vorzugehen. Da war es doch hilfreich Kopien zu fertigen um dieser Mafia im Land des Lächelns das Handwerk zu erschweren.
- Som -
Wie ein Mann die Spreu vom Weizen trennt
Deutschunterricht als Prüfung für alle, die sich ewig binden wollen. Rund ein halbes Jahr ist es her, dass die Sprachprüfung für Thailänderinnen eingeführt worden ist, die einen Bundesbürger heiraten und in Deutschland ihr weiteres Leben verbringen möchten. Sie ist äußerst umstritten, ja sogar verhasst, die Sprachprüfung, hat aber durchaus auch etwas Gutes. Denn die neue Hürde eignet sich nicht zuletzt dazu, die wirkliche Liebes- und Leidensfähigkeit des zukünftigen thailändischen Ehepartners auszutesten. Die Praxis hat gezeigt, dass sich der Zwang zum Deutschunterricht als ideale Möglichkeit erweist, mehr über die Glaub- und Ernsthaftigkeit von Gedanken und Gefühlen der oft so angeblich sehr verliebten Thaifrau herauszufinden. Nach der Erfahrung von Som jedenfalls scheitern 60 Prozent der Frauen an der von Deutschland errichteten, bürokratischen Hürde. Viele weigern sich, den Unterricht überhaupt zu besuchen und erfinden alle möglichen Ausreden. Schliesslich erfordert es ja nicht nur einen gewissen Ehrgeiz, sondern auch Disziplin, fünf Tage pro Woche in der Sprachschule zu erscheinen und sich von einer Lehrerin unterweisen zu lassen sowie Hausaufgaben zu machen, was teilweise sehr zeitaufwendig ist. Andere Kandidatinnen wiederum scheuen die indirekte Kontrolle ihres zukünftigen Ehepartners durch die Lehrerin. So ist es Keine Seltenheit, dass die Mädels durch ihre Abwesenheit glänzen, sobald ihr Sponsor den Heimflug angetreten hat. Besonders schwierig wird es natürlich, wenn die Braut, wie es ja bei den exotischen Schönheiten Thailands keine Seltenheit ist, gleich mehrere Eisen im Feuer hat und durch den täglichen Sprachunterricht in die Bredouille gerät. So empfiehlt es sich also, der auserkorenen Traumfrau vor den grossartigen Heiratsplänen zunächst einmal einen Probemonat Deutsch-Unterricht aufzubürden. So kann man sich das in Ruhe anschauen und entscheiden, wie es letzten Endes weitergehen soll. Ist die Freundin täglich in der Schule anwesend, lernt sie eifrig und nutzt ihre Chance, so kann er auch mit einem guten Gewissen ein Heiratsvisum für sie beantragen und die Gefahr zu minimieren, dass die neue, deutsch-thailändische Ehe daheim in old Germany nicht gleich beim Scheidungsanwalt endet, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat. Die Kosten, die dabei entstehen, die Spreu vom Weizen zu trennen, erscheinen vergleichsweise gering. Zudem haben die Kandidatinnen eine sinnvolle Aufgabe und das bedeutend weniger Zeit, die überwiesenen Unterhaltszahlungen auf den Kopf zu stellen oder gar Händchen haltend mit einem potentiellen zweiten Sponsor herumzuspazieren während Sugerdady in Deutschland von einer gemeinsamen Zukunft träumt.
- Som -
Potjaman Shinawatra kehrt nach Thailand zurück
Die Ehefrau des wegen Korruptionsvorwürfen gestürzten thailändischen Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra ist trotz eines drohenden Strafverfahrens in ihre Heimat zurückgekehrt. Nach Medienberichten wollte Potjaman Shinawatra nach ihrer Ankunft aus Hongkong das Oberste Gericht in Bangkok aufsuchen. Dort liegt ein Haftbefehl gegen sie und ihren Mann wegen Machtmissbrauchs vor. Ist die Rückkehr der früheren First Lady Thailands als Test für eine mögliche Heimkehr ihres Mannes oder einfach nur ein Bauernopfer?
- Som -
Loy Krathong Fest
Am 24. November feierten wir eines des schönsten Feste in Thailand. Das Lichterfest wie die Farangs es nennen. Die Thais schneiden aus dem Stamm des Bananenbaumes runde Teller und verzieren sie mit farbigen Blätter und Blumen zu einem Schiffchen. Eine Kerze, drei Räucherstäbchen und etwas Kleingeld wird noch beigelegt und dann geht man(n) zu einem See, zum Meer oder an einen Bach. Nach einem Fest mit Essen und reichlichem trinken läst man das Schiffchen den Fluss hinunter und mit ihm alle Probleme und bösen Taten des vergangenen Jahres. So einfach machen wir das hier. Und im gleichen Moment den Nachbar wieder über den Tisch ziehen. Wie sich die Menschen auf der ganzen Welt so ähnlich sind. Alle meine Farang Freunde die das schon einmal in Thailand erleben durften bekommen jetzt Tränen in den Augen. Mit dem Schiffchen und einer Schönheit ans Meer und träumen wie ein kleines Kind. Einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Hört auf zu träumen und geht wieder an die Arbeit.
- Som -
Kindersoldaten in Asien
Angesichts der Entwicklung in Myanmar wird auch das Thema "Kindersoldaten", wieder öffentlich diskutiert. "Kindersoldaten von den Militärs eingezogen", so heißt es Anfang November 2007 in der weltweit von einander abschreibenden Tagespresse in Bezug auf "Myanmar". Einfach so und ungefiltert. Die ersten Artikel erschienen heute früh in Bangkok und dann Stunde auf Stunde in den meisten westlichen Zeitungen. In Südostasien und vor allem in den abgelegenen Gebieten kleiner Stammesvölker in Myanmar, Thailand, Laos, Vietnam, Süd-China, aber auch in Malaysia ist die Existenz von Soldaten oder Hilfskräften unter 18 Jahren nicht ungewöhnlich. Leider. Wie alt diese Soldaten genau sind, ist selten feststellbar aber im Ergebnis auch nicht unbedingt wichtig. Wichtig ist allein, daß die Sichtweise des Ostens vor allem in den unterentwickelten Gebieten eine andere ist als die im Westen, der vornehmlich darauf beschränkt, einen Teil der Waffen "zum Spielen" zu liefern. Welch fatale Wirkung Kindersoldanten im Einsatz haben können, wenn sie tatsächlich eingesetzt und mißbraucht werden, zeigt noch immer der grausame Bürgerkrieg in Kambodscha, der infolge des Sturzes des kambodschanischen Königs durch die USA erst richtig begann. Buddha schütze die Menschheit vor fanatischen Kindersoldaten. Warum aber dennoch jetzt zu einem Thema greifen, das für sich genommen bisher keine Aufmerksamkeit wert war? Ist dieses Thema Bestandteil einer gezielten Kampagne zur Öffnung Myanmars mit anderen Methoden, wie die asiatischen Kritiker der von Thailand aus operierenden US-Geheimdienste behaupten, die hinter vielen Berichten stehen? Die Klärung der Frage ergibt sich aus der Beantwortung einer weiteren Frage: Wem dient die erwartete Empörung in erster Linie? Und warum findet diese der westlichen Welt seit Jahr und Tag bekannte Tatsache der Rekrutierung gerade jetzt eine erhöhte Aufmerksamkeit? Offensichtlich kommt es auf die Sichtweise und die richtige Uniform an und wem gerade etwas von Nutzen ist. Sei es auch nur für eine Schlagzeile in einer Pressemeldung.
- Som -
Armenhaus Deutschland
Es ist Montag der 3. Juni 2010, 5:00 Uhr morgens. Der Radiowecker reißt Ben Wolff als 45 jähriger Leistungsträger aus dem Schlaf. Der Oldie-Sender spielt Modern Talking. Ben quält sich aus dem Bett. Gestern ist es etwas später geworden bei der Arbeit. Dienst am Pfingstmontag - mal wieder. Früher konnte er danach wenigstens ausschlafen." Ja, der Pfingstmontag," murmelt Ben, "ist das wirklich schon fünf Jahre her?" Es hat sich wirklich einiges getan, seit damals. Nur nicht in seinem Haus. Als 2005 die Eigenheimzulage plötzlich gestrichen wurde, mussten er und seine Familie Abstriche machen. Und inzwischen hat sich Ben’s Familie daran gewöhnt, an die frei liegenden Leitungen und den Betonfußboden. Der Strom wurde auch mal wieder erhöht, jedes Jahr um 0,30 Euro pro Kilowatt. Fernsehen und PC hat die Familie ja schon lange abgeschafft, denn wer kann schon 90 Euro im Monat an die GEZ zahlen. Die Mehrwertsteuer muss erhöht werden, haben sie damals gesagt. Das würde auch Entlastung in der Haushaltskasse bringen. Fragt sich nur in welcher? Sie wurde erhöht, auf genau 25% Punkte. Gut, denkt Ben, dass damals die Garage noch nicht fertig war. Denn das Auto ist längst verkauft. Zu teuer, seit es keine Kilometerpauschale mehr gibt. Der Benzinpreis an den Tankstellen, der liegt nun ja auch bei 3,00 Euro für einen Liter. So wie es die Grünen schon immer wollten. Mit Bus und Bahn dauert es in die City ja auch nur zwei Stunden. Und was man dabei für nette Leute trifft. Zum Beispiel die nette Frau, die Ben immer anlächelt. Zurücklächeln mag er nicht. Wegen seiner Zähne. Aber was will man machen? 3000 Euro für zwei Kronen sind viel Geld. Die Brille musste er auch schon selbst bezahlen. Hat dabei aber 15 Euro gespart, weil er nicht gleich zum Augen-, sondern erst zum Hausarzt gegangen ist. Wegen der Überweisung. Trotzdem, der Urlaub fällt flach. "Das könnte Ärger geben zu Hause", stöhnt Ben vor sich hin. Traurig erinnert er sich an Weihnachten letztes Jahr, als es keine Geschenke gab. Im Jahr 2009 wurde auch in der freien Wirtschaft das Weihnachtsgeld gestrichen. Im öffentlichen Dienst ist das ja schon etwas länger her. "Und bis wann gab es eigentlich Urlaubsgeld?", fragt sich Ben, er kann sich nicht daran erinnern zu lange her. Damals hatte er noch genügend Urlaub, um das Urlaubsgeld aus zu geben. Heute sind es ja gerade mal 17 Tage im Jahr. Feiertage wie Pfingstmontag, der 1.Mai und der Totensonntag sind auch schon Geschichte. Das stand nicht auf der Agenda 2010 - so hieß sie doch, oder? Aber man soll nicht meckern. Die da oben, so weiß Ben müssen noch viel mehr arbeiten. Darum kann Ben Wolff mit der 45-Stunden Woche auch ganz gut leben. Er hat auch keine Wahl. Seit der Kündigungsschutz auch in großen Betrieben gelockert wurde, mag man es sich mit den Bossen nicht mehr verscherzen. Wer will sich schon einreihen, in das Heer von 7 Millionen Arbeitslosen oder in einem der Niedriglohn-Jobs der nicht zum Überleben reicht. Auch der Feiertagszuschlag für den Dienst an Pfingsten vermisst er schon. Aber was soll es, in 25 Jahren, dann wird er 70 Jahre alt und hat es hinter sich. So üppig wird die Rente zwar nicht ausfallen, wenn das mit den Nullrunden so weitergeht. Doch wer weiß, vielleicht bringt ihn das Rauchen vorher um. Obwohl er weniger raucht, seit die Schachtel 10 Euro kostet. Aber heute, auf den letzten Metern zum Büro steckt Ben Wolff sich trotzdem eine an. Vielleicht dann doch lieber auswandern, und sich die Rente überweisen lassen falls die Überweisungsgebühren in 25 Jahren nicht die Hälfte der Rente auffressen.
- Andy/Som -
Unbeirrt von der Kritik aus China - Angela Merkel empfängt den Dalai Lama
Stellen wir uns einmal vor ein deutscher Politiker kritisiert und schreibt der chinesischen Führung vor mit welchen Personen sie sich zu treffen hat und welche Religionsführer sie zu Gesprächen einladen darf. Da wird man hören, das ist Einmischung in innere Angelegenheiten. Das kommunistische Regime beansprucht für sich Deutschland zu drohen, obwohl China die Menschenrechte mit Füssen tritt. Unbeirrt vom Protest der chinesischen Regierung hat Kanzlerin Angela Merkel das geistige Oberhaupt der Tibeter, den Dalai Lama, in Berlin empfangen. Sie würdigte den Friedensnobelpreisträger in dem einstündigen privaten Gespräch am Sonntag im Kanzleramt als religiösen Führer. Sie habe zugesagt, ihn "bei seinen Bemühungen um die Wahrung der kulturellen Identität Tibets und seiner Politik des gewaltlosen Strebens nach religiöser und kultureller Autonomie" zu unterstützen. Der Dalai Lama habe seinen gewaltfreien Einsatz hervorgehoben. Er strebe ausdrücklich nicht nach Unabhängigkeit Tibets von China. Der Dalai Lama sagte, er sei froh, dass Merkel "die alte Freundschaft" bewahrt habe. Das kommunistische Regime in Peking hatte zuvor kurzfristig einen in München geplanten zweitägigen deutsch-chinesischen Rechtsstaatsdialog unter Hinweis auf "technische Gründe" abgesagt. Das chinesische Außenministerium hatte Deutschland aufgefordert, den Dalai Lama nicht einreisen zu lassen. Jetzt stellt sich noch die Frage ob die chinisische Regierung versteht was ein Rechtsstaatsdialog ist. Merkels entschiedene Haltung gegenüber China wurde insbesondere von der Union, der FDP und den Grünen gewürdigt. Es war das erste Mal, dass ein deutscher Regierungschef den Dalai Lama empfing. Der seit 1959 im indischen Exil lebende 72-Jährige sagte, häufig gebe es Menschen, die in hohen Positionen erstaunliche Distanz aufbauten. Merkel gehöre nicht dazu. Er wurde von hunderten Anhängern bejubelt, als er zu Fuß vom Kanzleramt auf sie zuging. Der Dalai Lama gilt weltweit als Symbol des Autonomie-Strebens der Tibeter gegen die chinesische Fremdherrschaft. Die chinesische Armee war 1950 in Tibet einmarschiert. Peking betrachtet die Region als Teil Chinas. Ich kann nur sagen: "Deutschland kann stolz darauf sein, dass es eine Kanzlerin hat, die sich nicht unter Druck setzen lässt und der Menschenrechtsfragen wichtig sind, in welchen Regionen dieser Welt auch immer." Das Treffen Merkels mit dem Dalai Lama ist ein wichtiges Zeichen der Solidarität angesichts der Menschenrechtsverletzungen gegen die Tibeter in der Volksrepublik China. Es sind alle gefordert, sich aus solchen Kontakten nicht zurückzuziehen. Der Dalai Lama sagte der "Süddeutschen Zeitung": "Was ich an Frau Merkel schätze, ist ihr standhaftes Eintreten für Menschenrechtsfragen und Religionsfreiheit und ihr Engagement für die Umwelt." Er glaube nicht, dass sein Besuch die chinesisch-deutschen Beziehungen nachhaltig schädige. "Die Chinesen testen nur ihre Grenzen aus." Er warf der Führung in Peking "Arroganz der Macht" vor. Peking gehe den einfachsten Weg. "Und der bedeutet Unterdrückung." Die Kritik Chinas schießt weit über das Ziel hinaus. Die Reaktion aus Peking ist nicht unerwartet, aber ebenso unberechtigt. Gerade wegen der Kritik aus Peking ist es richtig, dass Merkel die Eiertänze, die andere Bundesregierungen früher um diese Frage gemacht haben, nicht wiederholt.
- Som -
Die Lohnsteuerkarte aus Papier wird bald aussterben
Die Lohnsteuerkarte aus Papier wird in einigen Jahren der Vergangenheit angehören. Das Jahressteuergesetz, das die Bundesregierung verabschieden will, sieht die Umstellung auf ein komplett elektronisches Verfahren vor. Dafür wird jeder Bürger eine bundeseinheitliche Steuernummer erhalten, außerdem wird eine zentrale Datei mit allen steuerlich relevanten Daten aufgebaut. Das neue System, das bei Datenschützern auf Kritik stößt, soll 2011 eingeführt werden. Bereits zwei Jahre früher soll eine Neuregelung zur Besteuerung von Doppelverdiener-Ehen in Kraft treten. Die Umstellung auf das elektronische Verfahren soll dem Bürokratieabbau dienen und zugleich den Missbrauch eindämmen. Wer bislang von einem Bundesland in ein anderes zog, bekam eine neue Steuernummer, was es ihm unter Umständen erleichterte, sich vor den Finanzbehörden zu verstecken. Mit der neuen, lebenslang gültigen Steuer-Identitätsnummer soll damit Schluss sein. Doch die Steuerbehörden wollen noch viel mehr wissen. Eingang in die Zentraldatei sollen auch Angaben zu Ehepartnern und Kindern sowie die Religionszugehörigkeit finden, letztere betrachte ich jedoch als besonders schutzbedürftig. Als problematisch wird zudem angesehen, dass auf einen Teil der Daten auch der Arbeitgeber Zugriff haben sollen. Die Wirtschaftsverbände weisen darauf hin, dass wegen fehlender Zugriffsregeln nicht ausgeschlossen sei, dass sich auch andere Behörden als die Finanzämter Zugang zu den Daten verschaffen könnten. Ich hoffe nun auf das parlamentarischen Verfahren, das im Herbst beginnen wird und die Möglichkeit von Änderungen am Entwurf aus dem Bundesfinanzministerium ermöglicht. Kritisiert wird außerdem, dass beim geplanten Anteilsverfahren bei der Lohnsteuer von Ehegatten der eigene Chef zumindest indirekt über die Einkünfte des Partners Auskunft erhalten könnte. Ehepartner, die beide verdienen, erhalten heute entweder beide die Steuerklasse IV oder - auf Antrag - Steuerklasse III und V. Mit dem neuen Verfahren soll ab 2009 die Steuer anteilsmäßig und damit genauer als bisher auf die Ehepartner verteilt werden. Jeder zahlt dann nur die Lohnsteuer, die auch wirklich auf sein Arbeitseinkommen entfällt. Diese Prozentsätze trägt das Finanzamt auf den Lohnsteuerkarten beider Ehepartner ein. In diesem Moment kann der Arbeitgeber in etwa nachvollziehen, was der Partner seines Arbeitnehmers verdient. Um datenschutzrechtlichen Problemen aus dem Weg zu gehen, ist die Teilnahme an dem Verfahren freiwillig und beide Partner müssen schriftlich zustimmen. Wir werden sehen was kommt.
- Som -
Ist Fatalismus mit im Reise-Gepäck?
Viele deutsche Urlauber sind offensichtlich nach Terroranschlägen "cooler" geworden. Die Terroranschläge in der Türkei und in Ägypten? Schon fast wieder vergessen. Der Militärputsch in Thailand? Kaum ein Urlauber hat etwas davon gemerkt. Und die blutigen Kämpfe auf Sri Lanka? Die Buchungen gehen zwar deutlich zurück, aber aus den Reisekatalogen verschwunden ist die Insel im Indischen Ozean nicht. Mit den Gefahren unterwegs gehen viele deutsche Touristen und auch manche Reiseveranstalter heute cooler um, als sie es wohl noch vor zehn Jahren getan haben. Das hat mit der immer größeren Reiseerfahrung der Deutschen und einem veränderten Risikobewusstsein zu tun, aber auch damit, dass sich die Informationen zur Lage in Katastrophen- oder Krisengebieten schneller verbreiten und vielfältiger geworden sind. Mit dem Wort "abgebrüht" möchte ich das Verhalten der Touristen lieber nicht beschreiben. Abgebrüht - das klingt so ähnlich wie kalt lächelnd, und das wäre nicht präzise. Ich spreche lieber von Fatalismus, der sich im Zusammenhang mit Terrorakten und Naturkatastrophen eingestellt hat. Die Leute haben gelernt, dass Terrorismus sie zum Beispiel in der S-Bahn zu Hause genauso treffen kann wie im Urlaub. Schicksalsergebenheit bei vielen Urlaubern breitet sich aus. Die Reisenden sind sich heute bewusster, was Risiken angeht. Sie wollen sich aber zugleich in ihrer Mobilität nicht einschränken lassen. Beispiele dafür, was das in der Praxis bedeutet, gibt es genug. Als auf dem Sinai wiederholt Bombenanschläge verübt wurden, wirkte sich das zwar auf die Urlaubspläne vieler Deutscher aus. Aber zwei Wochen nach solchen Anschlägen wird dann wieder gebucht, manchmal auch schon nach sieben Tagen. Ähnliches gilt für Online-Anbieter. Nach dem Bombenanschlag in Sharm-el-Sheikh im Jahr 2005 wurden sofort alle Angebote für diesen Ort von den Webseiten genommen. Aber am gleichen Tag noch kamen vereinzelte Anrufe von Kunden, die Sharm-el-Sheikh gerne buchen wollten. Wie nachhaltig sich ein Anschlag oder eine Naturkatastrophe auf das Reiseverhalten der Bundesbürger auswirkt, hängt im Wesentlichen von drei Faktoren ab. Erstens: Sind Deutsche unter dem Opfern? Zweitens: Wie intensiv berichten die Medien? Und Drittens: Wie gut kennen die Deutschen das Land schon? Je unbekannter ein Ziel ist, desto länger braucht es, um sich touristisch zu erholen. Umgekehrt sorgen viele Stammgäste dafür, dass die Lage in einem Land schnell wieder positiv eingeordnet werden kann. Thailand nach dem Tsunami 2004 ist ein Beispiel dafür. Eine Schlüsselrolle spielen die Medien. Überall auf der Welt sind heute ganz schnell Kamerateams zur Stelle. Das ist vor 20 Jahren noch nicht so gewesen. Wenn es damals einen unblutigen Putsch in Thailand gegeben hätte, wären viele Touristen sicher stärker verunsichert gewesen, weil sie weniger Informationen in der Hand hatten. Je mehr Infos, desto besonnener die Reaktion. Hinzu kommt seit einigen Jahren der Faktor Internet. Dort sind neben aktuellen Erfahrungsberichten von Urlaubern am Ort des Geschehens auch die aktuellen Reisehinweise des Auswärtigen Amtes zu finden. Auch sie tragen dazu bei, die Lage in einem Krisengebiet besser beurteilen zu können. Auch Appelle der Reisebranche, nach Anschlägen oder Naturkatastrophen das betroffene Land nicht lange zu meiden, werden inzwischen von den Urlaubern akzeptiert. In vielen Ländern ist Tourismus ein wichtiger Wirtschaftszweig. Die Menschen dort würden erneut leiden, wenn keine Urlauber mehr kommen. Diese Botschaft ist spätestens nach dem Tsunami von vielen Deutschen verstanden worden. In solchen Aussagen schwingt natürlich immer der Wunsch der Reisebranche nach einer selbst erfüllenden Prophezeiung mit, nach dem Motto: Wenn ein Problem in seiner Wahrnehmung klein bleibt, wird es sich auch nicht so negativ auf die Buchungen auswirken. Aus diesem Grund vermeldeten die Reiseveranstalter nach Unwettern oder Anschlägen auch gerne die Information: Von unseren Gästen ist niemand abgereist. Ich teile die Zeit nach einem Terrorakt oder einer Naturkatastrophe in vier Phasen auf: In der ersten Phase bleiben die Touristen am Ort. In der zweiten machen sich Urlauber, die kurz vor dem Abflug dorthin stehen, noch auf den Weg. In Phase drei entscheiden sich Leute, die erst noch buchen wollen, für ein anderes Ziel. Und in der vierten Phase wird die Nachfrage durch Angebote wieder angeheizt. Am schwierigsten ist Phase drei, weil betroffene Urlaubsregionen dann meist Kunden verlieren. Ein Paradebeispiel dafür ist die Türkei, wo zum Jahresanfang 2006 erst die Vogelgrippe und dann die heftigen Reaktionen auf die Mohammed-Karikaturen gleich mehrere Wochen lang ein ungünstiges Buchungsklima schufen. Viele Touristen, die sonst zwischen Januar und April ihren Türkei-Sommerurlaub gebucht hätten, sind in dieser Zeit auf andere Ziele ausgewichen. Generell ist zu beobachten, dass Naturkatastrophen die Urlauber meist weniger erschrecken als Terrorakte. Einem Hurrikan können sie leichter ausweichen als einer Bombe. Bei der gibt es auch eher eine Langzeitwirkung. Auch heute kann man nicht davon sprechen, dass Reisende einfach die Dinge vergessen. Ein Beispiel ist Ägypten. Nach dem blutigen Anschlag bei Luxor 1997 hat das Land lange gebraucht, um sich touristisch einigermaßen zu erholen. Bis heute ist das Reise-Geschäft dort gehemmt. Fazit: Auch die "Coolness" vieler Urlauber hat also scheinbar Grenzen.
- Som -
Eine Milliarde Tote durch Rauchen in diesem Jahrhundert
Rauchen kann tödlich sein. Für rund eine Milliarde Menschen wird dieser Warnhinweis auf Zigarettenpäckchen in diesem Jahrhundert wohl zur Gewissheit werden, wie Experten der Weltgesundheitsorganisation WHO warnten. Tabak ist ein schädliches Produkt. Er tötet die Hälfte seiner Konsumenten. Weltweit fordert das Rauchen laut WHO 5,4 Millionen Tote pro Jahr - Tendenz steigend. Die Hälfte davon habe die Dritte Welt zu beklagen. Das ist so, als ob jede Stunde ein Jumbo Jet abstürzen würde. Falls Regierungen nicht energisch gegensteuerten, sei binnen 20 Jahren mit 8,3 Millionen Toten pro Jahr zu rechnen. Das Bevölkerungswachstum mit eingerechnet, könnte die Gesamtzahl der Toten damit in diesem Jahrhundert bei einer Milliarde liegen. Dabei ist die Entwicklung nicht unausweichlich. Länder wie Australien, Singapur und Thailand gelten bereits heute als Leuchttürme im Kampf gegen den blauen Dunst. Der Königsweg gegen die Nikotinsucht führe über Steuererhöhungen, Werbe- sowie umfassende Rauchverbote an öffentlichen Orten. Als großes Hindernis erweist sich allerdings der weltweit florierende Schwarzmarkt für Zigaretten. Schätzungen der Anti-Raucher-Dachorganisation FAC zufolge stammt rund jede zehnte gerauchte Zigarette weltweit aus Schmuggelbeständen. Damit wird nicht nur der Preis der Klimmstängel künstlich gedrückt, auch dem Fiskus entgegen Steuergelder in erheblichem Umfang. Den Zahlen zufolge rund 40 Milliarden Dollar.
- Som -
Skandal - Drogenhunde wegen sexueller Belästigung entlassen
Warum sollte man, statt teure Rassehunde für die Drogenfahndung aus dem Ausland importieren, nicht arbeits- und heimatlosen Hunden aus dem eigenen Land eine Chance geben? Die Rüden Muk und Le wurden aus der Gosse geholt, ausgebildet und erhielten Beamtenstatus. Schnell konnten sie am berüchtigten Chiang-Rai-Flughafen im Goldenen Dreieck Drogenschmuggler dingfest machen und standen in ihren Schnüfflerqualitäten ihren reinrassigen Kollegen in nichts nach. Muk und Le wurden zu Helden, genossen das Licht der Öffentlchkeit und ihren Ruhm. Doch das Gesetz der Straße war zu tief in ihnen verwurzelt und forderte schließlich seinen Tribut. Auch wenn sie sich redlich bemühten, ihre Arbeit gut zu machen, fiel es ihnen schwer die Markierung der behandelten Gepäckstücke ihren Herrchen zu überlassen. Dies bleib den Eigentümern der Koffer natürlich nicht verborgen und es hagelte Beschwerden. Wäre es doch nur dabei geblieben. Muk ging jedoch noch weiter. Er musste immer wieder von weiblichen Passagieren ferngehalten werden. Mit zahlreichen Fällen sexueller Belästigung in der Dienstakte wurde er schließlich untragbar und suspendiert. Zusammen mit seinen Kollegen Le wurde Muk strafversetzt von der glamourösen Welt der Drogenfahndung auf einen Bauernhof. Dort sollen die Ex-Drogenfahnder nun auf Hühner und Schweine aufpassen. Die thailändische Drogenfahndung setzt zukünftig wieder auf charakterlich gefestigtere Farang-Importhunde statt auf Straßenköter.
- Som -
Ex-Premier entschuldigt sich bei Anhängern
Die frühere Regierungspartei Thai Rak Thai Partei wird wegen Wahlbetrugs aufgelöst. Bleich und mit steinerner Miene nahm der Vorsitzende der früheren thailändischen Regierungspartei Thai lieben Thais (TRT) Chaturon Chaisaeng die Nachricht vom Verbot der Partei durch das Verfassungsgericht auf. Er rief die Parteianhänger zur Ruhe auf und meinte, man wolle die Möglichkeiten einer Berufung demnächst prüfen. Von seinem Londoner Exil aus entschuldigte sich Ex-Premier und TRT-Gründer Thaksin Shinawatra gestern bei seinen Gefolgsleuten für die Auflösung und sagte zugleich: „Wir müssen die Spielregeln akzeptieren.“ Som stellt sich da die Frage ob es problemlos wäre in Deutschland eine Partei Deutsche lieben Deutsche zu gründen. Ein wenig Nationalstolz dürfte es sein ohne gleich bräunlich zu wirken. Die Partei des vom Militär im vergangenen September gestürzten Premiers Thaksin Shinawatra wurde des Wahlbetrugs für schuldig befunden. Deswegen erklärten die Richter die vor allem bei der Landbevölkerung im Norden Thailands populäre TRT für aufgelöst. Außerdem verboten sie 111 führenden Politikern, unter ihnen auch Thaksin, in den nächsten fünf Jahren ein politisches Amt auszuüben. Die TRT-Rivalin Demokratische Partei hingegen war von allen Anschuldigungen des Wahlbetrugs freigesprochen worden. Was für eine Überaschung? Ist das alles nur ein unfaires politisches Spiel? Som schätzt, dass das Urteil die Kluft zwischen Thaksin-Gegnern und dessen Anhängern noch verschärfen wird. Denn gleich mehr als 100 Leute zu verbannen, macht das politische Spiel unfair. Das nach dem Putsch von den Militärs angekündigte Vorhaben, Parteien bei Fehlverhalten führender Mitglieder aufzulösen und Parteispitzen für fünf Jahre zu verbannen, ist umstritten. Effektiver wäre es gewesen, nur die schuldigen Personen zu bestrafen was bisher nicht geschah. Nur durch Wahlen kann Thailand zurück zur Demokratie und Wirtschaftswachstum finden, da sind sich Som und viele Thais absolut sicher. Doch wie die politische Zukunft Thailands aussieht, ist unklar. Angesichts der Beliebtheit der ehemaligen TRT ist zweifelhaft, ob die Demokratische Partei die für Mitte Dezember angekündigten Wahlen gewinnen kann. Nach Spekulationen könnten TRT-Mitglieder eine neue Partei gründen, vielleicht sogar unter dem alten Namen. Denn alles möglich in Thailand.
- Som -
Sex vermeidet Stress im Alltag
Hat ein Paar zu wenig Sex so steigt der Stresspegel nach oben. In dieser Zeit lenken sie sich dann mit Arbeit und anderen Aktivitäten ab. Männer welche sich nur einmal pro Woche, richtig beim Sex austoben können, stürzen sich in Arbeit und andere Aktivitäten. Dies tun sie um sich von dem Frust über das unbefriedigende Sexleben abzulenken. Bei den Frauen ist es dagegen nicht viel anders. Schlimmer wird es dann erst, wenn ein Paar überhaupt keinen Sex mehr miteinander hat. Die gefrusteten Sexlosen stürzen sich dann in die Arbeit und suchen sich anderweitig Beschäftigungen um das schlechte oder nicht vorhandene Sexleben zu verdrängen. Interessant ist die Erkenntnis, dass Menschen die regelmäßig wenigstens zwei mal pro Woche Sex haben, dafür überhaupt keine Lust auf Arbeit haben. Es ist ja bekannt, das sich Stress störend und damit negativ auf das Sexleben auswirkt. Es entsteht allerdings eine Abwärtsspirale wenn sich dieses Phänomen dreht und der Mangel an Sex, gleichzeitig den Stresspegel ansteigen lässt. Aus dieser Spirale wieder herauszukommen ist für Männer und Frauen sehr kompliziert. Der Sexfrust verhindert dann, dass Stress wirksam gesenkt werden kann. Aus sexuellem Frust werden häufig Verpflichtungen übernommen, die man nur schwer wieder los wird, zum Beispiel Ämter in einem Verein. Dadurch fehlt Zeit für die Partnerschaft, was sich wiederum negativ auf die sexuelle Zufriedenheit auswirkt. Der Frustzustand wird oft unbeabsichtigt zementiert. So kommt es also dazu, dass die Probleme vom Sexleben auch langfristige andere Sorgen und Probleme in der Partnerschaft hervorrufen kann.
- Som -
Gewinn vor Sicherheit
Trotz aller Beschwichtigungen gilt Südostasien nicht unbedingt als sicherster Flugraum. Thailand steht zwar besser da als die Nachbarn, aber erst Kontrollen versprechen endgültige Sicherheit beim Fliegen. Jetzt ist es wieder soweit. Die Hitze überdauert auch die Nächte. Es kühlt überhaupt kaum mehr ab zumindest gefühlsmäßig. Vierzig Grad nachmittags werden ohne Probleme erreicht. Nun hat der Sommer Thailand in fester Hand. Mit der Hitze kommt, neben allgemeinen körperlichen Beschwerden, der Dunst über das Königreich. Es ist das Resultat von Trockenheit und hohem Luftdruck, vor allem aber von Brandrodung durch die Felder, die für die nächste Ernte vorbereitet werden. Mit der nicht gerade umweltfreundlichen Methode steht Thailand nicht allein. Auch Malaysia, Indonesien und die Philippinen mischen kräftig mit. Und zwar so kräftig, dass der Dunst, der sich wie jeden Sommer über Südostasien legt des Öfteren den regionalen Flugverkehr behindert. Allerdings kann man den Dunst nicht allein verantwortlich machen für die 280 Menschen, die allein letztes Jahr bei Flugzeugunfällen in Indonesien umgekommen sind. Da sind noch die 21 Reisenden, die bei der Bruchlandung in Yogyakarta am 7. März umgekommen sind. Bei diesen Katastrophen spielt eher die mangelnde Flugsicherheit von Indonesien eine Rolle. Das Land steht in den Sicherheitsstatistiken nur kurz hinter Afrika, das bekanntlich einen schwarzen Schatten in die Flugsicherheit wirft. So schlimm steht es um Thailand noch lange nicht. Immerhin, Thai Airways ist die einzige von Thailands acht Fluglinien, die bisher die Sicherheitsprüfung der Internationalen Flug-Transport-Vereinigung (IATA) abgelegt hat. Allein dieser Test garantiert eine Aufnahme in die Dachgesellschaft der meisten Fluglinien. Phuket Air hatte die Prüfung nie geschafft. Diese Billigairline hatte 2005 voller Zuversicht Sparflüge nach Europa angeboten. Nur Wochen später saßen deren alternder Jumbo auf London-Heathrow fest. Die Behörden fanden zu viele Sicherheitsmängel, und ließ die Maschine nicht mehr starten. Die EU setzte die Linie daraufhin auf ihre Schwarze Liste. Danach durfte Phuket-Air keinen europäischen Flughafen mehr anfliegen. Die derzeitigen Billigairlinies Thailands beteuern immer wieder, sie stehen denen Europas in nichts nach. Doch das wird die IATA erst bestätigen, wenn sie sich der Sicherheitsprüfung bis Jahresende unterziehen müssen. Ansonsten droht der Ausschluss aus der IATA. Thailands Himmel steht noch weit weit offen. Das Thaivolk und ihre Besucher fliegen immer mehr. Vergangenes Jahr verbuchten Thailands sechs größten Flughäfen allein rund 360.000 Starts und Landungen und 53 Millionen Passagiere. Bei solchen Zahlen kann zwar immer etwas passieren, rein statistisch. Das Königreich Thailand will hoch hinaus. Dabei helfen aber nur internationale Sicherheitsstandards und keine leere Versprechungen sowie das Wuschdenken nach Sicherheit.
- Som -
Militärjunta verliert Rückhalt in Bevölkerung
Vor knapp sechs Monaten haben die Generäle in Thailand die Macht übernommen. Doch bislang bleiben die Probleme des Thailands ungelöst. Der vom Militär gewaltsam abgesetzte Premier Thaksin erhält unterdessen neuen Zulauf. Thailands Militärjunta verliert immer mehr den Rückhalt in der Bevölkerung. Nach dem Putsch vom 19. September, an dem Ex-Premierminister und Milliardär Thaksin Shinawatra ohne Blutvergießen aus dem Amt gejagt wurde, standen die Thais zunächst größtenteils hinter den neuen Machthabern. Inzwischen aber ist der erste Glanz verblasst. Die Generäle werden zunehmend beschuldigt, falsche politische Entscheidungen zu fällen. Die versprochene Stabilität im Lande lässt auf sich warten, die Gewalt im muslimischen Südthailand eskaliert weiter. Immer mehr Investoren gehen auf Distanz zu Thailand, weil die Regierung die Geschäfte mit neuen Regeln erschwert. Am vergangenen Mittwoch quittierte Finanzminister Pridiyathorn Devakula, der Architekt dieser umstrittenen wirtschaftlichen Maßnahmen, seinen Posten wegen Meinungsverschiedenheiten mit den Generälen. Nun wissen ausländische Unternehmen überhaupt nicht mehr, wo es langgeht. Außerdem wurde noch immer kein Datum für die nächsten Wahlen, die versprochene Rückkehr zur Demokratie, genannt. Der Westen beobachtet das Land mit Sorge. „Wir Thais mögen jemanden typischerweise sehr schnell, sind aber auch sehr schnell wieder gelangweilt,“ erklärt Sonthi, Thailands Putschführer, in einem Interview die sinkende Popularität der neuen Regierung. Im Westen wurde die Rückkehr des südostasiatischen Königreichs zur Militärherrschaft mit Sorge beobachtet. Das Vertrauen ist noch lange nicht wiederhergestellt. Im Ausland, aber inzwischen auch in Thailand selbst. Die Führung aus Militärs, scheint dem gestürzten Thaksin nicht einmal im Exil viel entgegensetzen zu können. Premierminister Surayud hat keine politischen Erfahrungen. Er gilt als zögerlich. Thaksin reist derweil munter durch die Lande und stellt sich selbst in Interviews als demokratisches Opfer diktatorischer Militärherrscher dar. Der Abgang Thaksins war von vielen, besonders aus der Mittelschicht, gern gesehen worden. Monatelang waren die Menschen im letzten Herbst gegen ihn auf die Straße gegangen und hatten ihm Korruption und Vetternwirtschaft vorgeworfen. Sie fürchten nun, dass die schwache Vorstellung der Regierung Thaksin eine Rückkehr in Glanz und Glorie ermöglicht. Denn vor allem auf dem Land hat der Populist noch immer großen Zulauf. Die wichtigsten Vorwürfe der Putschisten gegenüber Thaksin sind noch immer nicht bewiesen beziehungsweise aufgeklärt. Kaum ein Korruptionsverfahren gegen Mitglieder des Thaksin-Regimes wurde bisher durchgeführt. Seine angeblichen faulen Geschäfte wurden noch nicht bewiesen. Und es ist den Regierenden bisher nicht gelungen, die beiden Lager, Pro-Thaksin-Landbevölkerung und Anti-Thaksin-Stadtbewohner zu einen. Außerdem haben die Generäle noch immer nicht die Schuldigen für die Bombenserie gefunden, die Bangkok am Neujahrstag erschütterte und drei Menschen tötete. Der neue Premier stellte sogar Somkid ein. Er war Thaksins ehemaliger Wirtschaftsberater. Seine Dienste für die neuen Herrscher, auch wenn er inzwischen zum Rücktritt gedrängt wurde, waren für Thaksins Gegner der bisher größte Schlag ins Gesicht. Fünf Monate nach seiner Machtübernahme ist Surayuds Popularität einer Umfrage zufolge von 70 auf 40 Prozent gesunken. Die neue Regierung muss nun beweisen, dass ihr Putsch gerechtfertigt war. Sonst wird bei den Wahlen, die früher oder später abgehalten werden müssen, Thaksin doch wieder ein bedeutender Gegner sein.
- Som -
Umgangsformen beim Check-In
Wenn die legendäre Thai-Freundlichkeit Dank des Alltags-Stresses abnimmt, wird sie kurzerhand wieder eingetrichtert, auch wenn sie schon zu einem Skelett mutiert ist. Davon kann mancher ein Lied singen, aber bitte immer freundlich und lächelnd. Der Wai kommt erst später, vielleicht an der Rezeption, gewiss aber in der Hotelbar, die dem Besucher neben einem atemberaubenden Ausblick auf das Meer auch einen perfekten Service bietet. Die Cocktails werden vom Servicepersonal verbeugend angeboten. Kaum stehen die Gläser auf dem Tisch, legt die Schöne mit den mandelbraunen Augen die Handinnenflächen aneinander vor die verbeugte Brust und symbolisiert einen respektvollen Wai. Was Besucher Thailands als ein Symbol thailändischer Gastfreundschaft kennen, bekommen sie nur noch selten zu Gesicht. Was nicht auf eine Verkümmerung der guten Sitten Thailands deutet, sondern auf die Globalisierung deren Werte. Traditionell war der Farang oder die Langnase sozial höher gestellt als viele Einheimische. Doch dies ändert sich nun. Der Grad des Respekts, der einem westlichen Besucher entgegengebracht wird, hängt direkt mit dessem Verhalten und seinem Geldbeutel zusammen. Die Rucksack-Reisenden, also die nicht Qualitätstouristen, die in Bars rumhängen, haben den Respekt in den Augen vieler Thais nicht so schnell verdient. Nur in den luxuriösen Hotels in Bangkok, entlang der Küste und in den Touristenzentren bekommt man den Wai noch automatisch. Was auch richtig ist, aber nichts mit wahrer Respekterweisung zu tun hat. Hier wird er sich einfach erkauft. Gefürchteter Unmut in Anmarsch. Da läuft es auf dem Flughafen ganz anders. Wo jemand tausende von Touristen abfertigen muss, die gequält von einem Langstreckenflug abgekämpft und müde ins gelobte Land einreisen wollen. Dem kann man die Freundlichkeit schon erweisen. Allerdings sind die Beamten der Einreisebehörde, die am Bangkoker Flughafen arbeiten, mittlerweile gefürchtet. Sie seien mürrisch und auch mal unfreundlich sagt man. Nicht wenige, die die Beamten erleben durften, vergleichen sie mit deutschen oder gar amerikanischen Kollegen, die Legenden der Missmutigen und Hochnäsigen. Einen Tag lang freundlich sein. Nun müssen sich alle Einreisebeamten schulen lassen. In einem eintägigen Persönlichkeitstraining wird ihnen beigebracht, wie sie zu sitzen und zu stehen haben, wie sie sich kleiden und frisieren sollen, aber vor allem, wie sie jeden ankommenden Thailandreisenden begrüßen sollen. Mit einem freundlichen Gesicht, einem traditionellen Wai und einem gesitteten Sawasdee. Viele der Beamten haben nichts gegen den Schnellkurs, auch wenn sie des öfteren mit seltsamen Problemen konfrontiert werden. So zum Beispiel, Besuchern die länger bleiben, als ihr Visum erlaubt. Touristen, die ihr Ticket oder ihren Pass verloren haben, oder Farangs, die eigentlich in Thailand wohnen, aber kein Bleiberecht haben, die alle 30 Tage einen Tag lang ausreisen, um ihr Touristenvisum zu erneuern.Eine besondere Art von Tourist. Dieser besonderen Spezies von Langzeit-Touristen wird es seit Anfang des Jahres nun richtig schwer gemacht. Sie dürfen nur zwei Mal direkt wieder einreisen. Danach müssen sie sich 90 Tage lang von Thailand fernhalten. Hier geht Thailand gezielt gegen Personen an, die unerlaubterweise ohne Arbeitsvisum einer Tätigkeit nachgehen. Thailand wird also Anfang März wenn die letzten Bangkoker Beamten am Verhaltenslehrgang teilgenommen haben an der einen Front im Flughafen freundlicher, während sie an einer anderen Seite härter durchgreift. Die Verwirrung ist gross, was die neuen Visabestimmungen für Expats betrifft. Ab nun werden wohl so einige des Landes verwiesen werden, wenn auch mit einem Lächeln und einem tiefen Wai.
- Som -
Ein perfekter Tag
Es ist Freitag Abend 23 Uhr. Ich befinde mich in meinem Apartment direkt am Meer und sitze hier bei 27 Grad und einer Luftfeuchte vergleichbar wie in einem tropischen Regenwald bei einem gekühlten Chang Bier mit Blick auf die Bucht vom traumhaft schönen Jomtien Beach und das weite unendliche Meer. Die Kerzen im Kronleuchter flackern durch eine leichte Brise. Es ist urgemütlich, wie im Paradies. Und wenn es ein Paradies gib so muss es hier sein. Das Meeresrauschen ist immer leicht hörbar wenn nicht gerade meine Lieblingsmusik von Zdiar aus der Stereoanlage säuselt. Die Palmen am Strand und um den Pool wiegen sich im Wind leicht hin und her. Nun eine Kostprobe eines perfekten Tages: Morgens um 9 Uhr aufstehen bei strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen. Ich schaue aus dem Fenster - vorbei an dem Gärtner, der geschäftig die Zitronen- und Orangenbäume schneidet, inmitten einer Pracht von Lotusblüten, Palmen und Bananenbäumen. Der Himmel ist strahlend blau. Das Meer ist tiefblau und glitzert im Sonnenlicht. Eine leichte Brise weht vom Ozean heran, klar und erfrischend, während Siriporn mein Hausangestellte und meine Mitarbeiterin das Frühstück zelebriert. Ihre schönen mandelbraunen Augen schauen mich an und lächeln. Ja und nun die Seele baumeln lassen. Ach ja, ich muss noch meine E-Mails checken, Telefonate führen und um mich um die Kunden kümmern. Es fällt mir schwer mich loszureisen und in die Realität zurück zu kommen. Gegen Nachmittag wenn die Sonne erbarmungslos brennt und der Wind seine Tätigkeit einstellt, die das Quecksilber auf 35 Grad drücken laesst, nutze ich die Möglichkeit, mich in mein von der Carrier Air-Conditioner gekühltes Paradies zurückzuziehen. Die Palme neben meinem Schreibtisch wiegt sich leicht im Wind des Ventilators und es widerstrebt mir an die Arbeit, Computer und E-Mails zu denken. Siriporn bringt mir einen starken Expresso und meint Probleme kommen von alleine und sie gehen auch wieder, don’t worry. Ihr Wort in Buddhas Ohr. Gegen Abend zum Sonnenuntergang dann endlich die Seele baumeln lassen, lesen, Musik hören, ein Glas Rotwein trinken und nicht zu vergessen am schönen Pool rumhängen, unter den Palmen zu liegen und Freunde zu treffen. Dann reichhaltiges candle light dinner am Strand bei einem kühlen Chang Bier. Und dann nicht vergessen gegen 23 Uhr zurück in der Realität zu sein um sich um einen ankommenden Thailandreisenden zu kümmern. Danach auf dem Balkon des Palm Beach Condotels mit herrlichem Ausblick über die Jomtien Beach Bucht am leicht gekühlten Bacardi nippen, bevor ich zu meinem wohlverdienten Fernsehschlaf übergehe. Ein traumhaft harmonischer Tag geht zu Ende
Sawat dii khap Som
|